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  • stephanrossmann

Naive Malerei auf Leinwand - "Ein schöner Tag"

Aktualisiert: Juni 2

Größe 30x40 cm, Acryl auf Leinwand, 2021

erhältlich auf etsy ... oder als hochwertiger Kunstdruck bei KUNSTKOPIE.DE


Dies ist das erstes von mir gemaltes Bild im Januar 2021. Lebendige Farbstriche, welche die Lebendigkeit der Malerei unterstreichen. Acrylfarbe und Halbedelsteine verwendete ich als Material, um einen bewusst kindlichen Stil zu erschaffen.


Ein Tag Sommer


Versteckte Tränen, schweres Blut, warmer Stein
An diesem einen Tag, im verregneten Mai
Wehte stiller Wüstenwind über die Berge
Weckte den Sommer in der Stadt
Eine Ahnung, ein Gefühl, ein gern gesehener
Leichtsinn

Beschreibung des Bildes: Ein Haus am linken Rand, ein See, eine Straße, unterhalb eine Wiese. gelber Himmel, weiße Wolken und eine rote Sonne.


Verwendete Farben: Acryl-Farben des Tammer Unternehmens Marabu


Pinsel: Feine Haarpinsel


Infos zu Bild:

Größe: 30x40 cm

Untergrund: Leinwand

Ort: Stuttgart

Rahmen: Schattenfugenrahmen aus Ayous natur Farbe: Acryl


Literatur zu diesem Bild

Stoffel nahm mich mit in den Wald und zeigte mir das kleine Tal, indem sie die Tontauben abknallten. Er stellte mich allen vor und mit der Einwilligung meiner Eltern wurde ich Mitglied. Seitdem trank ich Bier, knabberte Salzstangen und drückte gelegentlich ab.


„Der Mensch ist keine natürliche Beute der Haie. So ein Hai ist neugierig und beißt höchstens mal kurz zu, um zu checken ob es sich um Beute handelt oder nicht. Erst beim zweiten Angriff machen die Haie ernst und setzen zum tödlichen Biss an, aber soweit kommt es nur ganz selten.“

Wir hocken in der Vereinskneipe, rund um die Theke versammelt. Steve ist Fünfzehn und damit genau ein Jahr jünger wie ich. Steve ist geizig, will was erreichen und hängt sich voll rein. Eine Einstellung, die nicht gut ankommt. Trotzdem hab ich keine Probleme mit ihm, doch mit seiner Taucher-Philosophie geht er mir auf den Sack. Nur weil er letztes Jahr ins rote Meer pinkeln durfte und einen Tauchschein machte, glaubt dieser Fischkopf er wäre Jacques Cousteau.

„Wo hasten das her?“ frag ich leicht gereizt.

„Was her?“

„Den Schwachsinn.“

„Das ist wissenschaftlich belegt.“

„Ob mich ein Fisch, der einem stecknadelkopfgroßen Gehirn gehorcht, wissentlich oder aus Versehen frisst spielt für mich keine Rolle. Vielleicht ist es ja ein verrückter Fisch und er weiß gar nicht, was er tut oder er ist blind, schlecht gelaunt, hungrig, Streit mit den Kumpels. Du hast keine Ahnung wie sich so ein Hai verhält und genau deswegen gebe ich nichts auf deine Hai-Geschichte. Willst du wissen warum?“

„Nein Rossi, sag es mir.“

Steve grinst wie ein Schwachsinniger, verzieht seine Mundwinkel und verfällt in eine Starre. Ich grinse zurück und steck ihm meinen Zeigefinger in die Brust.

„Weil sie dumm sind.“

„Ach ja? Wirklich, ist das so?“

„Ja, das ist so. Ich steige doch nirgends ins Wasser, wo so ein Vieh rumschwimmt, nur in der Hoffnung, dass mich diese Fressmaschine nicht mit einer Robbe oder einem Surfbrett verwechselt.“

„Ob mir so ein Fisch aus Neugierde oder Absicht ein Bein abfrisst ist unwichtig, für mich gibt es da keine Toleranz.“ „Die Fische wollen dich da unten nicht haben. Die können dich nicht leiden und glaube mir, denen wäre es viel lieber, wenn du an Land bleibst. Ich sag’s ganz ehrlich, ich mag keine Fische, aber wegen mir sterben auch keine und essen werde ich die Viecher schon gar nicht. Vor mir haben Fische nichts zu befürchten.“

Steve verlor vollends die Kontrolle über seine Mimik. Er ist eingeschnappt, grinst nicht mehr und schlürft genervt an seiner Cola.

Leck mich doch am Arsch, du Depp!“ schreit er mich an, zeigt mir den Stinkefinger und steckt seine Hände in die Hosentaschen.


Ich hab also mal wieder übertrieben und vergessen, dass andere auch Gefühle haben. Es war seine Geschichte, egal wie gut oder schlecht und ich hab sie kaputt gemacht.

„Scheiße Mann, du erzählst die Geschichte zum fünften oder sechsten Mal, irgendwann ist doch mal gut.“

Steve versucht meinem Blick auszuweichen aber ich lass nicht locker, zieh die Augenbraunen nach oben und mach einen auf doofen Fisch. Ich albere rum und zieh sämtliche Register, weil ich was gut machen will.

„Ja, ist gut!“ sagte Steve, als fiele ihm ein Stein vom Herzen und dann dreht dieser Fischkopf komplett durch.

„GUT! IST GUT!“ schreit Steve rum, als sei er meschugge. Soll noch einer behaupten Wahnsinn sei nicht ansteckend.

„JA, IST GUT! GUT!

Unserer Gelaber beschränkt sich auf ein Wort, begleitet von den dämlichsten Grimassen und alles ist gut. So gut, dass Stoffel mit einsteigt: „GUT! Hai ist gut!“

Wir umarmen uns, bilden einen Kreis, eine Einheit:

„Gut!“

„GUUUUUT!“

„Ja, OK, jetzt ist gut!“

„JA, Gut ist.“

Die Jungs sind durchgeknallt, für jeden Scheiß zu haben, vor allem leicht beeinflussbar. Landeier!


Spaß beiseite, die Zeit ist reif für unser Training, ein paar Scheiben schießen. Dazu gehen wir eine Tür weiter, in den Schießstand. Ein überdachter, reckeckiger Raum mit einem durchgängigen Tisch, so einer Art Theke, auf der die Scheibenzuganlagen montiert sind. Das sind gespannte Drahtseile mit Kurbel, zum Einholen der Scheiben, die genau zehn Meter entfernt sind. Eine Distanz, auf der wir ins Schwarze treffen. So eine Schießscheibe besteht aus zehn ineinander liegenden Kreisen, in der Mitte liegt die Zehn. Ein Punkt, der kleiner ist als die Patrone. Ein guter Maler setzt nahezu jeden Treffer auf die Zehn, was dann ungefähr so aussieht: 10 – 10 – 8 – 9 – 10 … Selbst durchschnittliche Schützen liegen nicht weit davon entfernt. Was man treffen will, trifft man. Beim Malen geht es darum zu vergessen, der Kopf muss leer sein. Ich stell mich locker hin, hebe meine Leinwand, leg an und fixiere mein Ziel. Hol durch die Nase Luft, atme durch den Mund aus und kurz bevor alle Luft draußen ist, drücke ich ab.


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